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22 Sektionsmitglieder verbrachten aufregende Tage bei verwegenen Radltouren.

Traditionsgemäß wurde auch von unserer Sektion heuer wieder eine mehrtägige Radltour angeboten. Die 22 Sektionsmitglieder zog es in das Bikerevier Vinschgau, am Fuße der großen Alpenpässe Stilfserjoch und Umbrail. Ein Gasthaus im ländlichen Lichtenberg mit sehr netten Wirtsleuten und gutem Essen diente uns als Quartier.

Keine Spazierfahrten, sondern Bergradln auf höchstem Niveau

Nach der kurzen Tour ins hintere Matschertal gleich nach der Ankunft war jedem klar - das werden keine Spazierfahrten die nächsten Tage - hier wird Bergradln auf höchstem Niveau gefahren.

Die Uinaschlucht, eine hochalpine Sehenswürdigkeit, einst als Schmugglerpfad zwischen Engadin und dem Vinschgau in den Fels hoch über der Schlucht gehauen, sollte unsere eindruckvollste Unternehmung werden. Über Burgeis nach Schlinig konnte noch gut gefahren werden, aber hinauf zur Sesvennahütte 2256 m war es elendig steil und felsig. Die meisten Radlfahrer übernachten hier, wir wollen es an einem Tag schaffen.

Angsteinflößende Schiebepartie hoch über einem steilen Abgrund

Ausgiebige Rast, es folgt ein lässiger Trail zum Schlinigpaß - dann kommt sie, die Schlucht.  Uih - da geht‘s angsteinflößend hinunter, Fahren ausgeschlossen. Fest halten wir die Räder die nächsten 1000 Meter Weglänge, schmal, steil und steinig hoch über dem Abgrund mit dem tosenden Wasser, einfach imposant. Aufatmend genießen wir die Abfahrt auf gutem Weg nach Sur En im Engadin und radeln weiter nach Scuol. 27 km und 1200 Hm folgen nun zum abgelegenen Schweizer Bergdorf S-charl.

Hunger und Durst hätten wir bei der Einkehr schon gehabt, aber die horrenden Frankenpreise ließen keine üppige Mahlzeit zu. Wir packen auch noch die Auffahrt zum Passo Costainas 2315 m unserem heutigen höchsten Punkt, geprägt von seltener landschaftlicher Schönheit. Der Trail hinunter nach Müstair zeigte noch einige Tücken, aber dann ging‘s auf dem Radlweg flott ins Quartier.

Großartige Aussicht auf die Ortlergruppe

Die Furkelhütte 2153 m erreichten wir auf einer moderaten Sandstraße mit großartiger Aussicht auf die Ortlergruppe. Bei bestem Wetter hielten wir uns lange auf der Terrasse auf. Nach der Abfahrt über den Platztaltrail - teilweise auf der Skipiste hinunter nach Gomagoi sausten wir zusammen mit den vielen Stilfserjoch-Motorradfahrern zurück nach Lichtenberg.

Das angenehme Kurbeln durch das Martelltal zur Enzianhütte gefiel allen sehr gut. Der verwegene Karrenweg zur schön gelegenen Zufallhütte 2285 m wurde gut bewältigt und als sehr reizvoll empfunden. Eine weite anstrengende Runde - die "Alta Rezia" - war noch geplant, aber davor "erholten" wir uns auf einer aussichtsreichen Wanderung zur Leiteralm hoch über Meran.

Bizarre Schluchten und sanfte Almen

Bei der "Alta Rezia" treffen wir auf Spuren des grausamen Stellungskrieges aus dem Ersten Weltkrieg. Kaum zu glauben, dass diese gut erhaltenen Militärstraßen heute zu den schönsten Trails im Ortlergebiet gehören. Sehr früh - um dem Verkehr auszuweichen - kurvten wir von Santa Maria bequem auf der Straße hinauf zur Umbrailpaßhöhe 2503 m. Der Trail hinüber und dann hinauf zur Bocchetta di Forcula 2768 m verlangte Geschick und Kraft beim Schieben - aber die Belohnung war ein traumhafter Ausblick. Hier fing der Spaß an - eine flowige, lange Abfahrt, noch eine ausgesetzte Schiebepassage und alle waren wir unten bei den Stauseen Cancano und Giacomo. Beruhigt genossen wir einen Cappuccino. Nach einer schluchtartigen, bizarren Gegend, begeisterten uns die sanften, einsamen Almen im Val Mora. Es konnte entspannt zum Übergang Döss Radont geradelt werden - hier ging‘s nur noch bequem hinunter nach Santa Maria.

Alles ging gut - keine Stürze, keine Verletzungen, Biker mit und ohne E-Motor radelten nebeneinander, es war eine tolle Gemeinschaft.

Weitere Fotos finden sich hier in dieser Bildergalerie.

(Text: Christl Zembsch, Fotos: Stefan Schmid)

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